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25.09.2026
Söldenauer Geschichtsherbst: Kurpfälzisch mitten in Bayern
Historisch gilt Ortenburg als evangelischer Stachel im ansonsten streng katholischen Altbayern. Aktuelle Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass es sich dabei vielmehr um einen Kurpfälzisch-Wittelsbacher Samen mitten auf Bayerisch-Wittelsbacher Boden handelte, der nicht nur religiös anders keimte.

Für Heimatforscher Stefan Wild steht inzwischen fest: „Es ist das prägendste Band für Ortenburg!“ Mitte des 15. Jahrhunderts begann sich die reichsunmittelbare Ortenburger Grafenfamilie der Kurpfalz anzunähern. Die Beziehungen gipfelten mit dem Eintritt Graf Joachims in die Dienste Pfalzgraf Johann Casimirs 1583. Im Folgejahr sollte der Ortenburger Statthalter der Oberpfalz und damit Stellvertreter des Kürfürsten werden. Zwei Jahre später folgte ihm sein Ziehsohn Heinrich VII. in die Oberpfalz. Fortan gestalteten die Ortenburger die Geschicke der gesamten Kurpfalz in den Folgejahrzehnten entscheidend mit. Diese engen Verbindungen setzten sich in der nächsten Generation fort, als Graf Friedrich Casimir (der Sohn Heinrichs VII.) mit dem später berühmten „Winterkönig“ Kurfürst Friedrich V. gemeinsam erzogen wurde und für diesen wie ein älterer Bruder war. Bei den Feierlichkeiten in Heidelberg anlässlich der Hochzeit des Kurfürsten mit Elisabeth Stuart reiste der Graf als nur einer von drei Vertretern für die Oberpfalz an. Der eigentlich unabhängige Ortenburger stand somit damals für die Spitze des Oberpfälzischen Adels.

Trotz der spürbaren Folgen blieb diese Verbindung fast unbekannt. Wild hat seine nach jahrelanger Forschung gewonnenen Erkenntnisse im Buch mit dem Titel „Ortenburg und die Kurpfalz: Die Beziehungen der Grafen zu Ortenburg in die Ober- und Unterpfalz im 16. und 17. Jahrhundert“ zusammengefasst. Dieses wird im Rahmen des Söldenauer Geschichtsherbst am 25. September 2026 an einem Originalschauplatz der Handlung – Schloss Söldenau – vorgestellt, dem einstigen Residenzschloss der Grafen Heinrich VII. und Friedrich Casimir.

Bei der Veranstaltung wird der Heimatforscher einen Überblick über die Auswirkungen dieser Kurpfälzisch-Ortenburgischen Beziehung geben und Fragen klären wie:
- Inwieweit sind die Pfälzisch-Wittelsbacher Linien Ortenburgs schützende Hände?
- Gab es doch keinen evangelischen Bildersturm in Ortenburg?
- War das „kleine“ Ortenburg ein Vorbild für die „große“ Kurpfalz?
- Ist Schloss Alt-Ortenburg die Kopie eines Weltwunders?
- Existiert Ortenburgs evangelische Kirchengemeinde nur dank der Pfalz bis heute?

Du bist neugierig geworden und willst mehr erfahren? Dann schau gerne vorbei! Wir freuen uns über Dein Erscheinen. Beginn: 19:00 Uhr. Eintritt frei, Spenden willkommen.

Veranstalter: Förder- und Kulturverein Schloss Söldenau e.V.

Veranstaltungsort: Schloss Söldenau, Bräuhausstraße 1, 94496 Ortenburg

erstellt: 07.09.2026
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